MIT Bezirksverband Mittelrhein am 24.06.2014 zu Gast beim Kreisverband Leverkusen

Am Dienstag, den 24.06.2014 war der MIT Kreisverband Leverkusen mit seinem Vorsitzenden Dr. Dr. Jörg Ferber Gastgeber. Als Tagungsort wurde der Funkenturm (alter Wasserturm des ehemaligen Bundesbahn Ausbesserungswerkes Opladen), erweitert durch Tagungsräumlichkeiten, heute Domizil der „KG Altstadtfunken Opladen vun 1902 e.V.“ auf dem Gelände der Neuen Bahnstadt Leverkusen, gewählt.

Der Bezirksverband MIT Mittelrhein (Mitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in NRW) tagt in regelmäßigem Wechsel jeweils bei einem der 5 Kreisverbände, die dem Bezirksverband Mittelrhein angehören. Zum MIT Bezirksverband Mittelrhein gehören die Kreisverbände Bonn, Köln, Leverkusen, Rhein-Erft und Rhein-Sieg. Die Vorsitzenden aus den Kreisverbänden stellen mit dem aus ihren Reihen gewählten Bezirksvorsitzenden den Bezirksverband dar. Vorsitzender des MIT Bezirksverbandes Mittelrhein ist Raymund Witte aus Köln.

Vor der eigentlichen Sitzung des MIT Bezirksverbandes trug Herr Stefan Karl, Prokurist der Neuen Bahnstadt Opladen die Entstehungs- geschichte, Planungen und Zukunftsaspekte incl. Kosten-Nutzen-Analyse für die Stadt Leverkusen vor. Begleitet wurden seine Ausführungen durch entsprechende auf eine Leinwand projizierte projizierte Folien.

100 Jahre lang (1903 bis 2003) bestimmte das Bundesbahn-Aus-besserungswerk Opladen das Lebensgefühl in Opladen. Im Jahre 2003 wurde das Werk stillgelegt mit Verlust hunderter Arbeitsplätzen.

Die 600.000 m2 große Fläche wurde von der Stadt Leverkusen als Stadtumbaugebiet festgelegt und ist heute eines der größten Stadtent-wicklungsprojekte in NRW. Die Realisierung des Projektes soll mit Beginn ab 2005 bis zur Fertigstellung in 2020 durchgeführt werden. Die Gesamtkosten von 119 Mio. € verteilen sich wie folgt: 54 Mio. € Förderung NRW, 25 Mio. € Eigenanteil Stadt Leverkusen, 40 Mio. € aus Verkaufserlösen.

Die Ansiedlung des Campus Leverkusen der Fachhochschule Köln mit der "Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften" stellt den zentralen Entwicklungsbaustein des Vorhabens dar. Der Studienbetrieb soll 2018 beginnen und langfristig bis zu 2000 Studienplätze der Fachrichtungen: Technische Chemie, Pharmazeutische Chemie und Physikalische Technik bieten. MIT Leverkusen plant, einen Förderverein unter Einbeziehung von Sponsoren aus Wirtschaft und Verwaltung für die Studentenschaft zu gründen.

Auf rund vier Hektar entsteht seit 2011 das "Quartier am Campus" mit Stadtwohnungen, Reihen- und Einfamilienhäusern. 2013 sind die ersten Bewohner bereits eingezogen.

Daneben ist eine weitere große Wohnsiedlung in Bau, die 2016 fertig gestellt sein soll. Es wird mit 1000 Neubürgern gerechnet. Durch die Verlegung der Gütergleise (Fertigstellung für Ende 2016 geplant) im Bereich des Bahnhofs Opladen wird ein rund 11 Hektar großes Grundstück zur Stadtentwicklung genutzt. Bis 2020 soll ein Neubaugebiet mit Wohnen, Gewerbe,  Büros,  Einkauf sowie Freizeit entstehen. 

Für die gewerbliche Entwicklung besteht die Nutzung von Bestandsgebäuden campusnah. Labore, Büros und Dienstleistungen gehören als Gewerbepark zum Gesamtkonzept des Projekts „Neue Bahnstadt Opladen“.

2011 wurde der "Handwerkerhof" - ein Zusammenschluss von 11 Handwerks-betrieben mit dem Schwerpunkt "Ökologisches Bauen" gegründet.  Unternehmen wie "Deutsche Plasser", viatraffic GmbH" und "Josef Wallraff GmbH" haben sich bereits angesiedelt. Zwei Brücken über die Gleisstrecke werden die Neue Bahnstadt Opladen mit dem  Stadtzentrum verbinden.

In einer volkswirtschaftlichen Betrachtung bis 2040 unter Berücksichtigung von Kaufkraft durch Neubürger, Folgeinvestitionen, durch Arbeitsplätze und privaten Investitionen am Standort Neue Bahnstadt Opladen ist ein volkswirtschaftlicher Effekt von ca. 365 Mio. € zu erwarten mit einem Eigenanteil für die Stadt Leverkusen von ca. 15,4 Mio. € .

Anschließend trugen die Hausherren des Funkenturms, vertreten durch die Vorstände Präsident Rainer Martins und Senatspräsident Norbert Roß die Entwicklung des Projektes, vom Erwerb des denkmalgeschützten Wasserturms bis zum Abschluss der Komplettrestaurierung des Turms, dem Anbau eines zweigeschossigen Anbaus mit einer Grundfläche von ca. 100 qm und den Problemen der Finanzierung (Kosten ca. 400.000 €), vor.

Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung NRW, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Land NRW konnten alle geplanten Turm- Sanierungsarbeiten in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde realisiert werden. Zur Deckung der monatlichen Fixkosten von 700 € wird der Turm vermietet für Konferenzen, Tagungen, Seminare, Firmenevents, Festivitäten, Vernissagen. Gastraum mit Thekenanlage und Kühlung befin-det sich im Erdgeschoß, Damen- und Herrn-WC sowie eine Behinder-tentoilette sind barrierefrei und damit behindertengerecht, einschl. dem  Zugangsbereich.

Mit einem kleinen von Stefan Karl geführten Rundgang auf dem Gelände der Neuen Bahnstadt Opladen konnten sich die Teilnehmer vor Ort einen Eindruck über das Projekt Neue Bahnstadt Opladen verschaffen.

Im Anschluss fand die interne Sitzung des MIT Bezirksverbandes Mittelrhein statt.


Teilnehmer (v.l): Holm Geiermann (Leverkusen), Rolf Dinger (Leverkusen, Stefan Karl (Neue Bahnstadt Opladen), Karl-Heinz Krawietz (Leverkusen), Frank Schönhardt (Bonn), Rudolf Kellner (Leverkusen), Petra Stegemann (Rhein-Erft), Walter Schnickmann (Leverkusen), Norbert Nettekoven (Rhein-Sieg), Dr. Dr. Jörg Ferber (Vorsitzender MIT Leverkusen), Rainer Martins (Präsident der KG Altstadtfunken Opladen vun 1902 e.V.), Raymund Witte (Köln, Vorsitzender MIT Bezirk Mittelrhein), Dr. W. Neuber (Rhein-Erft).